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LOOKING FOR A FEMINIST BODY: Ein NEUES BEWEGUNGSARCHIV soll aus der jüngeren Geschichte einzelner Bewegungen, Interaktionen und Gesten extrahiert werden, die tief in der weiblichen Widerstandsgeschichte verwurzelt sind. Diese sollen aus der Sicht einer Tänzerin Mechanik, Rythmus und Körperausdruck untersucht werden.  Zwei Performer/Choreografen-Forscherinnen verkörpern diese Gesten im Proberaum neu, und diese Forschung wird gefilmt und eventuell selbst zu einem visuellen Archiv. Wir möchten versuchen ein Archiv zu schaffen, das uns als Ressource dient um unsere künstlerische Sprache als Tänzerinnen, Choreographinnen und Lehrerinnen zu bereichern. Dieses Archiv kann schließlich auch als Impulsgeber für andere Künstler*innen und Werke dienen.

In der Betrachtung der Video- und Bildarchive, werden unsere Forschungsfragen folgende sein: Wie sieht der sich widersetzende, eigenwillige, weibliche Körper in Massen- oder Einzelprotesten aus? Im öffentlichen oder privaten Bereich? Wie bewegt er sich täglich in ihrer Geschichte (Her-Story)? Wie passt er zum Beispiel zu der erhobenen Faust als Zeichen des Protestes? Ist es die einzige verbindende Geste? Wie haben Frauen ihr Körper benutzt, so dass sie gesellchaftlichen Erwartungen protestiert haben? Wie z.B. Kiran Gandhi 2015, die gegen die Stigmatisierung der weiblichen Periode, den New Yorker Marathon lief und während sie rannte lief ihr Periodenblut frei herunter.

Wir möchten mit Künstlerinnen unterschiedlicher Herkunft zusammenarbeiten, um von Anfang an eine transnationale Breite in die Forschung zu bringen und unseren Blick auf den weiblichen Körper zu dezentralisieren. Aus diesem Grund wird sich das Archivmaterial, mit dem wir arbeiten werden, über die drei Länder erstrecken, die die Teilnehmerinnen aus Erfahrung kennen (Deutschland, Brasilien, Frankreich). Je nach Zugänglichkeit und Umfang der Archive konzentrieren wir uns aber auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Wir streben eine Zusammenarbeit mit dem Frauenarchiv des digitales deutsches Archivs (insbesondere dem Feministischen Archiv e.V. über die “Friedliche Revolution” 1989), der Medienberichterstattung über das Jahr 2018 #MeToo und den Protesten nach der Ermordung der schwarzen Menschenrechtsaktivistin Marielle Franco in Brasilien und den INA-Videoarchiven vom Mai 1968 in Frankreich an.

Die Forschung wird von vier, als Frauen selbst identifizierten Künstlerinnen geleitet, die auf einer nicht-hierarchischen Art und Weise der Zusammenarbeit über mehrere Disziplinen hinweg arbeiten. Als institutionelle Unterstützung arbeiten wir mit  BEGINE-Treffpunkt und Kultur für Frauen e.V., dem Frauenzentrum Schokofabrik und Projektraum AUCH zusammen. Diese Orte können uns Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Eine Kooperation mit District Berlin und Flugwerk ist angefragt.